Rundschau Stadtzeitung Purkersdorf 01/06

GESUNDHEIT

Ärzteporträt - eine Interviewserie von STR Lydia Mondl

OpeningDr. Christa Levin-Leitner, Fachärztin für Kinder- und Jugendheilkunde hat im April 2005 in Purkersdorf ihre Ordination eröffnet. Ihre Ordinationseröffnung schließt daher nahtlos an die langjährige Praxis von Frau Dr. Gertrude Breitkopf an.

1 Jahr Kinderarztpraxis in Purkersdorf - ein guter Grund, die "neue", aber bereits eingespielte Kinderärztin vorzustellen. Das Gespräch führt Stadträtin Lydia Mondl, in deren Ressort auch "Gesundheit" fällt.

Persönliches

Herkunft: glückliche Kindheit mit 4 Geschwistern in einer Kärntner Bauernfamilie im Gailtal.

Ausbildung: Nach dem Medizinstudium in Wien zog es die damalige Frau Leitner wieder in die Heimat, wo sie im LKH Villach die Ausbildung zur Allgemeinmedizinerin und zur Fachärztin für Kinder- und Jugendheilkunde absolviert hat.

Orthopädie bei Prim. Doz. Dr. Grill im Orthopädischen Spital in Speising.

Entwicklungsneurologie bei Herrn Prim. Doz. Dr. Lesigang im Ambulatorium Märzstraße.

Frau Dr. Levin-Leitner lebt seit 1990 mit ihrem Gatten und den beiden Töchtern (14 und 16 Jahre) in Pressbaum.


Wann haben Sie mit Ihrer Arztpraxis begonnen?

Als die Kinder noch klein waren, genoss ich die Zeit, ausschließlich Frau und Mutter zu sein. Als die jüngere Tochter in den Kindergarten kam, eröffnete ich in unserem Haus eine Wahlarztordination. Damit konnte ich Familie und Beruf ideal vereinbaren.

Weiters bin ich seit 1994 als Gutachterin für das Kinderpflegegeld bei der MA15 beschäftigt, die Tätigkeit als Sachverständige nach dem Führerscheingesetz übe ich seit 1999 aus.

Sie haben vor einem Jahr die Kinderarztpraxis mit Krankenkassenvertrag übernommen, wie kam es dazu?

Nach 11 Jahren Wahlärztin war es für mich eine große, berufliche und auch persönliche Herausforderung, die Kinderarztstelle als Kassenärztin in Purkersdorf zu übernehmen. Ich bin sehr glücklich, nun hier mein Fachwissen und meine Erfahrung in einer sehr zentral gelegenen, behindertengerecht erreichbaren Ordination anbieten zu können.

Wo liegen Ihre fachlichen Schwerpunkte?

Die Schwerpunkte meiner Tätigkeit sind breit gefächert, da wir Kinder- und Jugendärzte die Kinder von Geburt bis zum 18. Lebensjahr betreuen.

Neugeborene

Bei den Neugeborenen ist es mir ganz wichtig, bei den ersten Besuchen Zeit und eine möglichst ruhige Atmosphäre für Mutter/Vater und Kind zu finden, um alle Fragen bezüglich Stillen, Pflege und Ernährung (auch die der Mutter) zu besprechen.

Kleinkindalter

Da konzentrieren sich die MKP-Untersuchungen vor allem auf die altersentsprechende Entwicklung von Sprache, Motorik, Körperhaltung und Sozialverhalten.

Vorschulalter

Die 5-Jahresuntersuchung mit dem Schuleignungstest sollte keinesfalls versäumt werden.

Weiters biete ich an: Ultraschalluntersuchungen von Hüften, Bauch und Schädel; Impfberatung (auch Reiseimpfungen); EKG Untersuchungen und das kleine Labor (Blutbild, Scharlachabstrich und Harnanalyse).

Jugendbetreuung

Sehr am Herzen liegt mir die Jugendbetreuung, denn für Jugendliche ist eigentlich eine Vorsorge nicht vorgesehen. Ich ermutige daher alle Jugendlichen, nicht nur mit Beschwerden, sondern auch mit Fragen zu kommen, die die Veränderungen des Körpers in dieser Entwicklungsphase mit sich bringen. Ebenso wichtig ist auch die Ernährung und damit verbunden die Gewichtskontrollen, um Über- und Untergewicht zu erkennen und dies anhand der Wachstumskurven zu besprechen.

Behandlung der kranken Kinder

Prinzipiell muss ich sagen, dass ich ein Verfechter der guten alten Hausmedizin bin (körperliche Schonung, Trinken von warmen Kräutertees, Topfen- und Zwiebelwickel, gesundes Raumklima), ich setze auch häufig pflanzliche Arzneien und bedingt homöopathische Medikamente ein. Bei gewissen Erkrankungen ist aber der Einsatz von Antibiotika (zur besseren Entscheidungsfindung mache ich oft ein Blutbild oder einen Abstrich) oder Kortison (in der Asthmatherapie) unumgänglich. Meine Aufgabe sehe ich darin, die richtige Einnahme und den Umgang mit diesen Substanzen zu erklären.

Herzlichen Dank für das Interview. Die Redaktion der Purkersdorfer Rundschau wünscht Ihnen viel Erfolg und alles Gute!